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Relativ berühmter Ehrendoktor
Universität Rostock würdigte Albert Einstein
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Die Universität Rostock war die einzige in ganz Deutschland, die das Jahrhundertgenie Albert Einstein (1879-1955) als Ehrendoktor würdigte. Die Rostocker Alma Mater steht damit in einer Reihe mit den Hochschulen in Genf, Princeton, Oxford und Zürich und vielen anderen, die den Physiker ebenfalls mit dem Ehrendoktorat auszeichneten. Kurioserweise ernannte die Universität den Wissenschaftler zum „Dr. med. h.c.“, statt zum Doktor der Physik.

Moritz Schlick, der 1910 bis 1921 an der Universität Rostock lehrte und bei dem Einstein oft zu Gast war, hatte sich für den Wissenschaftler eingesetzt. Offenbar befürwortete nicht  die Mathematisch-Naturwissenschaftliche, wohl aber die Medizinische Fakutät die Ehrung des Genies. Neben Einstein erhielt u.a. auch Max Planck die Ehrendoktorwürde am 12. November 1919, zum 500jährigen Bestehen der Universtität.

Schon mit 21 Jahren hatte Einstein in Zürich sein Fachlehrerdiplom in Mathematik und Physik abgelegt. 1905 erweiterte er mit seinen Arbeiten zur Relativitätstheorie die Grundlagen der Physik und der Mathematik. Im Alter von 27 Jahren gab er als Privatdozent an der Universität Bern sein Wissen weiter. 1913 wurde er Mitglied in der Preußischen Akademie der Wissenschaften und leitete das neu gegründete Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik in Berlin.

In Forscherkreisen war Einsteins Relativitätstheorie zunächst umstritten, besonders in Deutschland verkannte man das Genie. Erst als am 29. Mai des selben Jahres die von Einstein angekündigte Sonnenfinsternis eintrat und seine Theorie bestätigte, wurde er weltberühmt.

Albert Einstein erhielt 1922 den Nobelpreis für Physik in Stockholm, 1925 die Copley Medaille der Royal Society of London, 1926 die Goldmedaille der Royal Astronomical Society und 1935 die Benjamin Franklin Medaille in Philadelphia. Im Laufe seines Lebens wurde das Physikgenie 25 Ehrendoktornennungen ausgezeichnet. An die Hansestadt an der Ostsee dachte der Weltenbummler aber offenbar gern zurück. Er war von ihr so angetan, dass er in einem Dankesschreiben an die Rostocker Universität schrieb: „Die von Herzlichkeit getragene Gastlichkeit, die mir in Rostock zuteil wurde, wird stets eine schöne Erinnerung für mich sein."

Übrigens gefiel es Einstein in Mecklenburg und Vorpommern so gut, dass er mehrmals mit der ganzen Familie an der Ostsee seine Sommerfrische verbrachte. In Sellin, Ahrenshoop, Wustrow und Ribnitz genoss und schätzte er die „...absolute Ruhe.“
Der als Pazifist und Militärdienstgegner bekannte Wissenschaftler emigrierte 1932 in die USA und kehrte wegen Hitlers Machtergreifung im Januar 1933 nicht mehr nach Deutschland zurück.

 

Quellen und Links:
Albert-Einstein-Portal
Mecklenburg Magazin 04/2004, S. 15
Schulz, Schwarz: Einstein in Ahrenshoop. Kleine Schriftenreihe, Heft 1. Scheunen-Verlag Kückenshagen, 1995

Foto:
Ehrenpromotionsurkunde für Albert Einstein von 1919 (Universitätsarchiv Rostock)

 
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