Dieses Portal bietet Journalisten
 
kostenlos und ohne Zugangshürden
recherchierte Storys plus Fotomaterial.
 
Der Klick auf ein Thema bringt zur
Übersichtsseite, die Stichwortauswahl
führt direkt zum Artikel.
 
>> mehr Funktionen der Seite

  Hier abonnieren.
Rekord-Eichen in Vorpommern
Baumriesen in Ivenack gehören zu den ältesten in Mitteleuropa
1

In Ivenack stehen einige der ältesten Eichen Mitteleuropas. Geschätze 1.200 bis 1.300 Jahre steht das älteste Exemplar unerschütterlich an seinem Platz. Mitten im Ivenacker Tiergarten erheben sich die sechs uralten Riesen bis zu 35 Meter in den Himmel. Mit einem Stammumfang von 11 Metern, bedarf es 12 Personen um eines der Urgewächse einmal zu umschließen. Sogar der berühmte Hengst Herodot soll ganz in einem der Bäume Platz gefunden haben, als man ihn vor den französischen Truppen verstecken wollte. Wer daraus jedoch schließt, hierbei handle es sich um Überbleibsel eines Riesenurwaldes, der unterliegt einem Trugschluss. Die Eichen deuten darauf hin, dass die Gegend um Ivenack bereits zu Slawenzeiten dicht besiedelt war. Sie sind Relikte einer mittelalterlichen Landnutzungsform, den so genannten Hudewäldern (Hüte-Wälder), in die das Vieh getrieben wurde. Da die lichtliebenden Eichen eine wertvolle Futterquelle für die Schweinezucht waren, wurden sie nie abgeholzt und konnten sich im Freistand optimal entfalten.

Die knorrigen Zeitzeugen faszinieren heute eine Vielzahl von Besuchern. Bewunderung und Ehrfurcht, die die Gäste überkommen, wenn er zwergenhaft am unteren Ende die Bäume in den Blick nimmt, haben schon viel Stoff für Legenden geliefert. Einer Sage zufolge brachen sieben Nonnen des Zisterzienserkloster in Ivenack ihr Gelübde und sollen daraufhin in Eichen verwandelt worden sein. Nach tausend Jahren, sei die erste der sieben erlöst, woraufhin eine Eiche abstarb. So werde im Abstand von weiteren hundert Jahren regelmäßig eine Nonne erlöst bis alle Eichen gefallen sind. Für die Nachwelt bleibt zu hoffen, dass es sich dabei um einen Mythos handelt, damit Ivenack als naturhistorische Besonderheit noch lange Anziehungspunkt für Gäste aus Deutschland und ganz Europa bleibt. 

Quellen und Links:
» Webseite Ivenacker Eichen
Grambow & Strehlow; Ingo Koch Verlag; Rostock 2002; S. 84

Foto:

Mystische Ivenacker Eichen in der Nähe von Stavenhagen in Vorpommern (TMV, Grundner)

 
google logoMehr zu diesem Thema bei Google