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Esten experimentieren unter Mecklenburger Magister
Rostocker Pharmazeutiker lehrte an Universität in Estland

Viele Apotheker und Ärzte in Russland und dem Baltikum des 19. Jahrhunderts lernten von dem Rostocker Pharmazeutiker Georg Dragendorff. Besonders in Estland und Russland schätzte man den Wissenschaftler und ehrte ihn sogar in Großbritannien. In London wurde Georg Dragendorff (1836 -1898) mit der goldenen Hanbury-Medaille dekoriert und an der Uni München erhielt er die medizinische Ehrendoktorwürde. In Russland ehrte man ihn mit der Ernennung zum Wirklichen Staatsrat.

Bei der St. Petersburger Pharmazeutischen Gesellschaft startete der Rostocker 1862 seine erfolgreiche internationale Karriere. Um den begabten Mecklenburger an sich zu binden, stellte man ihn als Redakteur der „Pharmazeutischen Zeitung für Russland“ ein. Gleichzeitig war er Leiter des Labors für gerichtlich-chemische Untersuchungen in St. Petersburg. Die Universität Dorpat (heute Tartu) in Estland berief Dragendorff an den Lehrstuhl für Pharmazie. 30 Jahre lang betreute der Wissenschaftler hier 90 pharmazeutische Magisterarbeiten und 87 medizinische Doktorarbeiten. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse und deren Veröffentlichung in wichtigen Zeitschriften für Toxikologie, Chemie und Pharmazie brachten den pharmazeutischen Fortschritt kräftig in Schwung und Dragendorff internationale Anerkennung ein. Das von ihm entdeckte Nachweismittel für Alkaloide trägt heute den Namen „Dragendorff-Reagens“.

Vor seiner Tätigkeit an der Universität Dorpat absolvierte der begabte Dragendorff eine Lehre in der Rostocker Hirsch-Apotheke und studierte anschließend Pharmazie. Später arbeitete er in Heidelberg als Laborant. Wieder in Rostock, forschte er als Assistent am Chemischen Laboratorium der Hansestadt. Besondere Aufmerksamkeit widmete er der Pflanzenanalyse und der Agrikulturchemie.

59-jährig, nach 30 Jahren Dienstzeit im Ausland kam Georg Dragendorff zurück in seine Heimatstadt, wo er 1898 starb. Nachrufe aus ganz Europa folgten. Heute erinnert ein historischer Grabstein im alten Lindenpark in Rostock an den bedeutenden Wissenschaftler.

Quelle:

Grewolls, Grete: Wer war wer in Mecklenburg-Vorpommern? Edition Temmen Rostock 1995

 
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