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Pommernchronik auf Kupferplatten
Vorpommerscher Herzog lässt außergewöhnliche Karte anfertigen
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Die Lubinsche Karte, die erste umfassende Karte Pommerns, ließ ein gebürtiger Vorpommer erstellen. Philipp II. Herzog von Pommern-Stettin (1573-1618), stammte aus Franzburg in Vorpommern und gab im 17. Jahrhundert ein für damalige Verhältnisse außerordentliches Kartenmaterial in Auftrag. Bis dahin gab es noch keine genauen und so umfangreichen Landkarten des Herzogtums und die bestehenden Pläne waren meist fehlerhaft.

Philipps II. beabsichtigte eine Pommernchronik zu erstellen, durch Illustrationen und eine Landkarte bereichert. Das Kunstwerk lässt die Leidenschaft des Herzogs für Pommern erahnen: ausführliche Landesbeschreibungen und 49 Städteansichten am Rand schmücken die Landesdarstellung. Der Stettiner Herzog beauftragte den Rostocker Universitätsprofessor und Theologen Lubinus, einen aus Antwerpen stammenden Maler und einen Amsterdamer Kupferstecher mit der Erstellung des Kunstwerks, die es mit Liebe zum Detail fertigten. Bestehend aus 24 Einzelblättern bildet die Pommernkarte Stammbäume und Portraits ab, sowie 335 Familienwappen der pommerschen Herzöge auf dem inneren Rahmen.

Bevor er Herzog über Pommern-Stettin wurde, studierte Phillip II. in Rostock, an der ältesten Universität in Nordeuropa, reiste durch viele Länder des Kontinents und bewegte sich in der Gesellschaft von Wissenschaftlern und Künstlern. Seine Kindheit hatte er mit fünf Brüdern und fünf Schwestern in Barth an der heutigen vorpommerschen Ostseeküste verbracht. Philipp II. von Pommern-Stettin regierte zwölf Jahre lang und residierte im Stettiner Schloss.  Er war hochbegabt und galt als gütiger und friedfertiger Herrscher. Er ließ das Stettiner Schloss um einen Westflügel erweitern, nachdem die Residenz bereits aus allen Nähten platzte. Sie diente dem leidenschaftlichen Sammler nämlich als Hort für seine Münz- und Kunstkollektionen.

Die sogenannte Lubinsche Karte wurde auf zwölf sechs jeweils Pfund schwere Kupferplatten gestochen, jede 420 mm mal 548 mm groß. Zusammengesetzt ergaben die Blätter ein Kunstwerk von sagenhaften 1,25 mal 2,21 Metern. Die Fertigstellung der außergewöhnlichen Pommernkarte erlebte Philipp II. leider nicht mehr, da er im November 1618, wenige Monate vor ihrer Fertigstellung verstarb.

Quellen und Links:

ruegenwalde.com
Pommersches Landesmuseum

 

Foto:

Lubinsche Karte (Wikipedia)

 
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