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Rostocker revolutioniert Schifffahrt
Erster eiserner Schraubendampfer in der Hansestadt gebaut
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Der Sternberger Albrecht Tischbein revolutionierte den deutschen Schiffbau mit Ideen aus Holland und England. In Rostock baute er die ersten eisernen Schiffe Deutschlands und überführte das Land damit in das Zeitalter des modernen Schiffbaus. Gelernt hat der Schiffbau-Pionier bei den Vorreitern in Holland und England, deren Schiffbau sich mit der Industrialisierung  grundlegend veränderte. Vor allem in Großbritannien begann sich Eisen als Schiffbaumaterial durchzusetzen. In Rotterdam arbeitete Tischbein zusammen mit Gerhard Moritz Roentgen, dem geschätzten niederländischen Offizier und Schiffbauer.

Tischbein wurde 1803 in Sternberg geboren und wuchs in Rostock auf. Ab 1822 studierte er in  den Niederlanden, wo er später als Ingenieur den Bau von Dampfschiffen betreute. Hier und während des Aufenthaltes in England sammelte er Erfahrungen, die er später in der Heiamt anwandte. 1850 reichte er in Rostock ein besonderes Projekt ein: den Bau eines eisernen Dampfers. Über dreitausend Jahre lang hatten Schiffbauer Holz als wichtigstes Arbeitsmaterial eingesetzt. Auch die Rostocker Schiffbauer konstruierten Seeschiffe bis dahin aus dem Rohstoff.

Zusammen mit dem Schiffbaumeister Wilhelm Zeltz gründete er die erste Rostocker Eisenschaffswerft und die Ingenieure bekamen der Auftrag, zwei eiserne Schraubendampfer zu bauen.  Ein Jahr später bescherte Albrecht Tischbein der deutschen Seeschiffahrt den Durchbruch. Der erste seetüchtige Schraubendampfer aus vernietetem Eisen, getauft auf den Namen „Erbgroßherzog Friedrich Franz“ lief in Rostock vom Stapel. Ein Jahr später folgte das Schwesterschiff „Großfürst Constantin“.

Albrecht Tischbein starb im März 1881. Aus der von Tischbein gegründeten Schiffswerft ging später Rostocker Neptunwerft hervor, die noch heute Schiffe baut und repariert. Der Eisenschiffbau beflügelte, dank des Rostockers Tischbein, die gesamte deutsche Schiffbauindustrie und den Seehandel.

Übrigens baute der Ingenieur Tischbein nicht nur Schiffe, sondern konstruierte auch Gasaufbereitungsanlagen und Dampfpumpen für Lokomotiven.

Quellen und Links:

Hansestadt Rostock
Grete Grewolls: „Wer war wer in Mecklenbur-Vorpommern“, Edition Temmen, Bremen, Rostock 1995

 
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