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Mecklenburger lotet das Meer aus
Untergang der Titanic diente als Motivation zur Erfindung des Echolots
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Die Titanic-Katastrophe, die 1912 die Welt erschütterte, entfachte den Ehrgeiz des Mecklenburgers Alexander Behm, ein Ortungssystem für Eisberge zu erfinden. Heute gehört seine Innovation zur Standardausrüstung der Schiffe: das Echolot.

Behm leitete zum Zeitpunkt des Unglücks eine physikalisch-technische Forschungsanstalt in Wien. Der Erfinder begann sofort mit Tüfteleien an einer Erfindung, die derartige Tragödien in Zukunft zu verhindern sollten. Er untersuchte die Ausbreitung des Schalls und hoffte seine Ergebnisse auf die Ortung von Eisbergen übertragen zu können. Die Eisberge, so seine Idee, würden die Schallwellen reflektieren und wären damit von Schiffsbesatzungen rechtzeitig auch unter Wasser auszumachen. Leider fand Behm heraus, dass sich die Methode auf die schwimmenden Berge nicht anwenden ließ. Bahnbrechend war seine Erfindung trotzdem, denn der Meeresboden und auch andere Schiffe reflektierten die Wellen, genau wie Behm es sich erhofft hatte. Die Einrichtung verhinderte so Kollisionen und das Auf-Grund-laufen der Schiffe. Auch im Fischfang, in der Ozeanographie und sogar in der Luftfahrt fand die Erfindung Einsatz.

Alexander Behm wurde 1880 in der mecklenburgischen Kleinstadt Sternberg geboren und war, wie man wohl kaum vermuten würde, ein schlechter Schüler. Er musste mehrere Klassen wiederholen und brach sein Studium der Elektrotechnik in Karlsruhe ab. In der Praxis allerdings glänzte Behm. Das Patent auf das Echolot brachte ihm so großen Erfolg ein, dass er 1921 die Behm-Echolot-Fabrik gründete. Behm meldete noch weitere Patente an, über 100 sollen es sein. National wie international brachten ihm viele davon Anerkennung ein. Leidenschaftlichen Anglern mag beispielsweise auch die Behm-Fliege bekannt sein, die ebenfalls dem Geist des Echolot-Erfinders entsprang.1928 wurde er Ehrendoktor der Universität Kiel, und auch seine Heimatstadt Sternberg ehrte den Erfinder mit einer Ehrenbürgerschaft. Die "Koninglige Nederlandsche Vereenigung voor Luchtvaart Amsterdam" verlieh im 1924 den Preis zur Sicherung des Luftverkehrs, und 1928 erhielt er die Große Goldene Plakette der "Union pour la Securité en Aeroplane Paris". Hochdekoriert  starb Behm 1952 in Tarp bei Flensburg.

 

Kaelcke, Wolfgang: Alexander Behm. In: 100 bedeutende Mecklenburger und Vorpommern
Offener Kanal Kiel
Alexander Behm Schule in Tarp

 
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