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Pionier der Elektrizität und Mentor des Zaren
Rostocker Naturwissenschaftler erarbeitete sich die Gunst von Katarina II
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Der Naturwissenschaftler Franz Ulrich Theodosius Aepinus war einer der Pioniere auf dem Weg zur heutigen Elektrizität. Er entdeckte die Pyroelektrizität am Kristall Turmalin: Er fand heraus, dass das Mineral auf Temperaturänderungen mit Ladungstrennung reagiert und folgerte, dass Elektrizität und Magnetismus den gleichen Ursprung haben müssen: den Aufbau einer Spannung. Der Physiker beschäftigte sich mit dem elektrischen Kondensator und dem Elektrophor, einem Gerät zur Trennung elektrischer Ladungen, und war einer der ersten Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der Elektrizität Grundlagenforschung betrieben. Anhand von zahlreichen Experimenten untersuchte er elektische und magnetische Vorgänge und gilt deshalb als  Wegbereiter für seine späteren Fachkollegen. In seiner Abhandlung „Tentamen theoriae electricitatis et magnetismi“ (Versuch einer Theorie der Elektrizität und des Magnetismus) von 1758 berichtete er über seine Entdeckungen.

1724 in Rostock geboren, studierte er an der dortigen Universität und später in Jena Mathematik. Als Privatdozent machte er sich ab 1747 an seiner Heimatuniversität einen Namen und wurde bald an die Akademie der Wissenschaften nach Berlin berufen, allerdings als Professor für Astronomie. Auch die St. Petersburger Akademie zeigte Interesse an dem begabten Wissenschaftler, und so folgte das Multitalent 1757 dem Ruf als Physikprofessor ins Zarenreich. Hier kletterte er die Karriereleiter immer weiter hinauf. Er gewann so hohes Ansehen, dass ihm Zarin Katharina II die Ausbildung und Erziehung des Thronfolgers, Großfürst Paul Petrowitsch, anvertraute. Sein Ziehsohn ernannte ihn später sogar zum Geheimrat. Außerdem hatte der Wissenschaftler die Direktion des Kadettenkorps und später die Aufsicht über höhere Schulen inne.

Nicht nur seine Forschung auf dem Gebiet der Elektrizität, sondern auch seine Untersuchungen zu Oberflächenstrukturen des Mondes und seine „Beschreibung des Weltgebäudes“ von 1759 brachten ihm am Hof von Zarin Katharina II höchste Anerkennung ein. Die genoss er, bevor er sich 74-jährig im Jahr 1798 ins Privatleben zurückzog. Aepinus starb im heutigen Tartu in Estland im Jahre 1802.

Quellen und Links:
Geschichtswerkstatt Rostock e.V., Landesheimatverband MV e.V. (Hg.): Landeskundlich-historisches Lexikon Mecklenburg-Vorpommern. Hinstorff 2007
Grete Grewolls: „Wer war wer in Mecklenbur-Vorpommern“, Edition Temmen, Bremen, Rostock 1995
Krause, Anja: „Franz Ulrich Theodosius Aepinus“ In: 100 bedeutende Mecklenburger und Vorpommern. Verlag Reinhard Thon, Grönnevitz 2000

 
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