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Rügener Kreidefelsen in der Schweiz
Vorpommern inspirierte Caspar David Friedrich zu seinen Meisterwerken
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Zu bewundern sind sie in St. Petersburg oder Paris, in Winterthur oder Wien, die Silhouetten der Hansestädte, die Backsteinkirchen und die Ostseeküste – der wichtigste Maler der deutschen Romantik, Caspar David Friedrich (1774-1840), brachte die vorpommerschen Landschaften in die Welt. Eines der bekanntesten Kunstwerke des Greifswalders, die berühmten „Kreidefelsen auf Rügen“ ist in Winterthur in der Schweiz zu bestaunen.

Um 1810, etwa 35-jährig, befand sich Friedrich zum ersten Mal auf dem Gipfel seines Ruhmes. In den Akademien in Berlin und Dresden stellte er aus – fand Anerkennung und Käufer. Man besuchte ihn in seinem Atelier, lobte Stimmung und Natur in den Bildern und sein meisterliches handwerkliches Geschick. Nicht nur die Künstlerkollegen zollten ihm Anerkennung, auch der spätere russische Zar Nikolaus I. war ein außerordentlicher Liebhaber von Friedrichs Gemälden. Er besuchte den Künstler 1820 höchst persönlich in seinem Atelier. Er machte ihn in russischen Künstlerkreisen bekannt und selbst als sich der Geschmack des Publikums bereits wieder von Friedrich wegbewegte, erwarb der Thronfolger die Landschaftsbilder des Romantikers. Seiner Sammlerleidenschaft ist unter anderem die Vielzahl der Friedrich-Werke zu verdanken, die noch heute in der St. Petersburger Eremitage zu betrachten sind.

Einfluss nahmen Friedrich mit seinem unverwechselbaren Malstil zweifellos auch auf die Düsseldorfer Kunstakademie, deren Reputation im Ausland während und nach der Spätromantik der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs. Viele der Schüler der Akademie gingen in die USA und nahmen Impulse der Romantik mit nach Amerika.

Friedrich war nach seinem Tod 1840 zunächst in Vergessenheit geraten. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts erfährt sein Werk aber eine bemerkenswerte Renaissance. Sogar Regisseure wie John Ford sollen von den romantischen Strömungen und Friedrichs Werken für die Auswahl der Szenerien seiner Westernproduktionen unter anderem mit John Wayne beeinflusst worden sein. Das sind natürlich nur Vermutungen. Sicher ist aber, dass Friedrich seit etwa 100 Jahren wieder im Zentrum des Interesses steht, wie kein anderer Künstler seiner Zeit. Immer mehr Beachtung erfährt sein Werk auch im Ausland. Ausstellungen in der Tate Gallery in London 1972, im Metropolitan Museum in New York 1991 und 2002 oder im Museum Prado in Madrid 1992 zeugen von Friedrichs internationaler Anerkennung.

Nach ersten Lehrjahren in Greifswald studierte Friedrich an der Kopenhagener Kunstakademie und siedelte 1798 nach Dresden über. Immer wieder verbrachte er Ferien in Vorpommern. Auch seine Hochzeitsreise 1818 mit Caroline führte nach Greifswald, Wolgast, Stralsund und auf die Insel Rügen. Sie inspirierte ihn zu dem Meisterwerk „Kreidefelsen auf Rügen“, das heute in Winterthur zu bewundern ist.

Quellen und Links:
Schmied, Wieland: Caspar David Friedrich. DuMont, Köln 1992
Hamburger Kunsthalle

 
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