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Entdeckungsreise in die Seenplatte
Henry M. Doughty auf Bildungsreise durch „Old merry Mecklenburg“
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Kolumbus, Cook und Darwin; Goethe, Arndt und Humboldt – alle reisten sie, um ihren Horizont zu erweitern – nach Amerika, Asien und durch Europa. Aber nicht nur die exotischen Länder waren für Gelehrte und Wissbegierige interessant. Englische Gelehrte etwa verschlug es im 18. und 19. Jahrhundert auch nach Mecklenburg – in die Heimat ihrer Königin Charlotte.

Henry Montagu Doughty brach 1890 zu einem ungewöhnlichen Törn auf. Nicht per Eisenbahn, per Kutsche oder zu Fuß, sondern auf einem komfortabel umgebauten Frachtschiff, der Gipsy, erkundete er mit zwei seiner Töchter, einem Butler und zwei Matrosen auf das unbekannte Terrain Mecklenburg. Der ehemalige Seekadett der königlichen Marine suchte das Abenteuer und fand es in der Seenplatte.

Die Mannschaft schipperte zum  „vieltürmigen Camelot“, dem Schloss im Schweriner See, begegnete der Rostocker Sieben und berichtet von der  „seltsamen Uhr hinter dem Hochaltar“ der Rostocker Marienkirche, der Astronomischen Uhr. Sie bewunderten das Treptower Tor in Neubrandenburg, segelten nach Plau und über die Müritz. In Mirow wandelten die Abenteurer auf den Spuren der der britischen Königin Charlotte. Mit großem Interesse verfolgte die mecklenburgische Presse verfolgte die Odyssee der britischen Besucher.

Doughty hatte geglaubt, der erste zu sein, der Mecklenburg erkundete. Allerdings bereiste der Engländer Thomas Nugent die Region bereits 100 Jahre vor dem Abenteurer, im Jahr 1766, und berichtete freundlich über Mecklenburger Land und Leute in seinen Briefen „Reise durch Deutschland, und vorzüglich durch Mecklenburg“.  60 Jahre später erkundete auch der englische Journalist Charles James Apperley die Ostseeregion.

Die Reiseberichte der Abenteurer, die wohl so manchem Mecklenburger einen Spiegel vorhielten, sind früher oder später auch ins Deutsche übersetzt worden. Seit 2001 ist auch das Abenteuer Henry M. Doughtys in Deutscher Sprache nachzulesen. Gut 100 Jahre nach Doughtys „Entdeckung Mecklenburgs“ ist „Mit Butler und Bootsmann“ bei Quick Maritim Medien Rechlin erschienen.

Über die ungewöhnliche Reise hatte der Brite einen Reisebericht verfasst, gespickt mit   Zeichnungen seiner Töchter, der vor 100 Jahren in großer Auflage in London erschien.


Quelle:
Doughty, H. M.: Mit Butler und Bootsmann. Quick Maritim Medien, Rechlin, 2001

 
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