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Mecklenburger findet uralte Tontafeln in Palästina
Pionier der Biblischen Archäologie Ernst Sellin gräbt Jericho aus

Ernst Sellin (1867-1904) stieß als erster Bibelwissenschaftler bei Ausgrabungen in Palästina auf über 3.500 Jahre alte Tontafeln, das bisher einzige Keilschrift-Tontafelarchiv Palästinas.  Der Wissenschaftler ist nicht nur Aushängeschild der mecklenburgischen Hochschulen, auch die St.-Andrews-University in Schottland verlieh ihm die Ehrendoktorwürde. Sein Lebenswerk prägt die wissenschaftliche Tradition der Bibelwissenschaft und der Religionsgeschichte und der gilt als Pionier der Biblischen Archäologie. Seine Werke galten Jahrzehnte lang als Standardwerke.

In Altschwerin in Mecklenburg geboren, durchlief Ernst Sellin eine steile Karriere. Nach dem Abitur 1884 in Ratzeburg studierte er orientalische Sprachen und Theologie in Rostock, später auch in Erlangen und Leipzig. Nach seiner Dissertation im Jahre 1888 unterrichtete er als Gymnasiallehrer in Parchim. 1897 ging er an die Universität Wien um zu promovieren und kehrte 1908 als Professor für alttestamentliche Exegese und Archäologie wieder an seine Heimatuniversität Rostock zurück.

Immer wieder zog es den Mecklenburger aber in die Ferne. Die Ruinenstätte im palästinensischen Taanach wurde zwischen 1902 und 1904 unter seiner Regie ausgegraben. Was er zu Tage beförderte, bescherte ihm die ungeteilte Aufmerksamkeit der Wissenschaft, grub er doch die bis heute einzigen mit Keilen beschrifteten uralten Tontafeln aus. Außerdem plante Sellin die Erforschung der legendären Stadt Jericho in Palästina. Mit Unterstützung der Deutschen Orientgesellschaft verwirklichte er dieses Ausgrabungsvorhaben gemeinsam mit Carl Watzinger zwischen 1907 und 1909. Neben den ausländischen Forschern war Ernst Sellin der erste deutsche Bibelwissenschaftler, der sich an einem archäologischen Projekt versuchte. Die Ausgrabungen reichten bis ins 15. vorchristliche Jahrhundert zurück, und waren größter beruflicher Erfolg Sellins. Sie brachten ihm weltweit Anerkennung ein. Neben seinen Feldforschungsaktivitäten publizierte er kontinuierlich deren Ergebnisse und erforschte die alttestamentliche Literatur.

Quellen und Links:
Börsenecker, J.: Ein innovativer Mecklenburger. Blitz, 14. Mai 2006
Universität Rostock

 
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