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Afrikanische Wildtiere für europäische Höfe
Pommerscher Präparator verarbeitete Tiere für die Ewigkeit
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Wilde Tiere zum Anfassen und garantiert ungefährlich – diese einzigartige Erfahrung bot Carl Knuth seinen Kunden um 1900. Unter ihnen waren Prinz Heinrich der Niederlande und verschiedene deutsche Herzogshäuser.

In der Renaissance und vor allem auch mit der zunehmenden Entdeckung der Welt kamen Tierpräparate immer mehr in Mode. Knuth war in diesem Metier ein wahrer Künstler. Der Warnekower erlernte das Handwerk während einer langen Krankheit mehr oder weniger als Autodidakt und machte sein Hobby zum Beruf. 1886 begann er in Schwerin seine Karriere und eröffnete 1911 ein »Spezial geschäft für moderne Tierpräparate«. Sein Geschick und prominente Fürsprecher brachten ihm Aufträge ein. Auch bei Hofe sprach er vor und erhielt 1893 den Titel Hofkonservator des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin. 1905 begleitete Knuth eine Reise des Herzogs Adolf Friedrich nach Afrika und kehrte mit zahlreichen Präparaten zurück. Er fertigte sie unter anderem für das Berliner Königliche Zoologische Museum sowie für private Sammlungen. Auch Gebrauchsgegenstände, etwa einen Tisch aus Nashornteilen, fertigte er – damals entsprachen sie dem Zeitgeschmack. Die Qualität seiner Arbeiten wurde auch über die mecklenburgischen Landesgrenzen hinaus geschätzt. Verschiedene Herrschaftshäuser erkannten ihm Hoftitel zu. Der Großherzog von Sachsen- Weimar-Eisenach und der Herzog-Regent von Braunschweig-Lüneburg machten ihn zum Hofkonservator und Prinz Heinrich der Niederlande zum Hoflieferanten.

Die Konservierung von Tieren einer deutschen Südpolarexpedition, Robben, Sturmvögel und Pinguine, brachte Knuth auf der Internationalen Ausstellung für Meereskunde 1906 in Marseille den »Grand Prix« und einen weiteren Preis ein.

Carl Knuth vermachte seine Exponate dem Naturhistorischen Museum in Waren. Das Müritzeum beherbergt deshalb neben dem deutschlandweit größten Aquarium für einheimische Süßwasserfische auch eine große Sammlung von Knuths Tierpräparaten. Ein von ihm präparierter mächtiger Rothirsch empfängt die Besucher am Eingang.