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Deutschlands Stimme im Konzert der Nationen
Gunter Pleuger vertrat Deutschland bei den UN

Er war Deutschlands Mann am Puls der Welt: der Mecklenburger Gunter Pleuger. Seine Karriere begann mit einem Traumjob. 1970, ein Jahr nach seinem Dienstantritt im Auswärtigen Amt, entsandte man den gebürtigen Wismarer nach New York. Er war Mitglied der deutschen Beobachtermission bei der UNO, bis beide deutsche Staaten 1973 als Mitglieder in die Vereinten Nationen aufgenommen wurden. »Es war ein unglaublich spannender Posten in einer Zeit des Umbruchs, in der Deutschland im politischen Geschehen wieder stärker Stellung beziehen musste und durfte«, erinnert sich Pleuger.

Gunter Pleuger wurde 1941 in der damaligen Seestadt Wismar geboren. 1945 zog die Familie nach Westfalen. Trotz der deutschen Teilung hielt Pleuger Kontakt zu Freunden und Verwandten in Wismar. Vor seiner Diplomatenkarriere hatte er in Köln und Bonn Rechts- und Politikwissenschaften studiert und promoviert. Ein Jahr lang besuchte er die Pariser École Nationale d’Administration (ENA). Neben dem ersten Einsatz in der Mission der Bundesrepublik bei den Vereinten Nationen berief ihn das Auswärtige Amt an die deutschen Botschaften in Neu Delhi und Washington. Danach machte er in Bonn und Berlin Karriere, unter anderem als Leiter der UNO- und Menschenrechtsabteilung und Staatssekretär des Auswärtigen Amts. Auf die Frage nach seiner Heimat antwortet Pleuger, Europa, Deutschland und Wismar seien es gleichermaßen – je nach Perspektive. Drei Orte reichen dem Kosmopoliten aber nicht aus. So interessiert, wie er an der eigenen Kultur ist, so begeistert ist er auch von fremden. Die ostasiatische Kultur etwa fesselt ihn mit ihrer 5 000-jährigen Geschichte, von der Bauwerke und Sprache erzählen.

Zum Ende seiner Laufbahn zog es Pleuger noch einmal nach New York. Er beendete seine diplomatische Karriere dort, wo er sie begonnen hatte. Von 2002 bis 2006 war er Ständiger Vertreter Deutschlands im Rahmen der 192 Staaten der UNO. Die Kontroverse um die Irak-Krise und die zweijährige Mitgliedschaft Deutschlands im Weltsicherheitsrat verlangten Pleuger ein weiteres Mal viel Fingerspitzengefühl ab. Mit seiner Opposition gegen Washingtons Kriegspolitik hinterließ er nicht nur in den Vereinigten Staaten von Amerika einen bleibenden Eindruck.

Nach vier Jahrzehnten Dienst im Auswärtigen Amt bekleidet er auch als Diplomat a. D. weiterhin einen Botschafter-Posten: als Abgesandter seiner mecklenburgischen Heimat. Getreu seinem Lebensmotto »carpe diem« – »Lebe den Tag« – engagiert er sich in der Initiative Pro MV, die mit prominenten Persönlichkeiten ür das Bundesland wirbt. Pleuger ührt mit Gastvorträgen für Mecklenburg-Vorpommern ie Werbetrommel, um, wie er sagt, dem Land auch nach dem G8-Gipfel zu internationaler Aufmerksamkeit zu verhelfen. Privat bleibt er dem Nordosten ebenfalls treu: Große Familienfeste feiern die Pleugers nach wie vor in Wismar. Und auch Urlaub auf Rügen ist in jedem Jahr obligatorisch.

 
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