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Martha - Musik aus Mecklenburg
Teutendorfer Virtuose komponiert in Paris und Wien
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Die Musik des Mecklenburgers Friedrich von Flotow ist um die Welt gegangen, auch wenn denen, die keine Musikkenner sind, der Name nicht geläufig sein mag. Eines der berühmtesten Stücke, die "Letzte Rose" aus der Oper "Martha", ist heute beinahe ein Volkslied und gehört zum Repertoire beliebter Virtuosen wie Andé Rieu.

Im April 1812 kommt Friedrich von Flotow auf dem väterlichen Rittergut in Teutendorf in Mecklenburg zur Welt. Als Sohn eines preußischen Offiziers ist ihm zunächst die Diplomatenlaufbahn vorherbestimmt, deshalb verzichten die Eltern trotz seiner Begabung auf einen speziellen Musikunterricht. Klavierstunden erhält er nur von seiner Mutter. Trotzdem folgt der Schüler Flotow seiner musikalischen Leidenschaft und lässt sich von einem Organisten aus der Nachbarschaft die Harmonielehre näher bringen.

Um den Wünschen des strengen Vaters zu entsprechen, strebt Flotow zunächst die Diplomatenlaufbahn an, gibt sie jedoch zugunsten seiner Musik bald auf. Er verlässt 1828 mit dem Einverständnis des Vaters sogar die Heimat Mecklenburg, um in der Musikmetropole Paris bei dem Komponisten Anton Reicha Unterricht zu nehmen. Bis 1848 bleibt der Komponist an der Seine. Nur die Julirevolution vertreibt ihn zeitweilig aus der Weltstadt zurück in die Heimat.

Die Millionenstadt inspiriert Flotow zu zahlreichen Kompositionen. Viele seiner Tonschöpfungen werden in privaten Liebhaberkreisen aufgeführt. In den dreißiger Jahren entzückt Flotow zusammen mit dem noch recht unbekannten Jacques Offenbach die abendlichen Gesellschaften des adligen und betuchten Paris. Zwischen den Virtuosen entsteht ein enge Freundschaft, kleinere Kompositionen veröffentlichen sie Gemeinschaftsarbeiten. Auch zu den führenden Musikern der Stadt, unter ihnen Charles Gounod und Gioacchino Rossini pflegt der Mecklenburger Kontakte. Er beteiligt sich als Mitkomponist an Werken des Pasticcio und erfolgreiche Aufführungen seiner Bühnenstücke in Haustheatern des Freundeskreises machen ihn immer bekannter. Das Schweriner Hoftheater und der mecklenburgische Hof in Ludwigslust führen 1835 seine erste Oper "Pierre et Cathérine"auf. Ganz Paris feiert 1839 Flotows "Le Naufrage de la Méduse" nach der Aufführung im Theater der Renaissance. Dieser große Erfolg bahnt dem Komponisten den Weg an die Grand Opéra. Auch in Deutschland wird dem Tonschöpfer Ruhm zuteil, nachdem das Hamburger Stadttheater "Allessandro Stradella" 1844 uraufführt und 15 weitere Theater das Werk innerhalb nur eines Jahres in Szene setzen.

Flotows Weltgeltung bringt ihm einen Auftrag des Wiener Hoftheaters ein. Die Oper "Martha oder Der Markt zu Richmond" tritt nach ihrer Uraufführung am 25. November 1847 einen Siegeszug durch ganz Europa an. Bis heute sind Melodien wie "Letze Rose" beinahe als Volkslieder bekannt und weltbekannte Künstler wie André Rieu präsentieren sie gern in ihrem Repertoire.

Trotz seiner internationalen Erfolge kehrt Friedrich von Flotow zurück nach Mecklenburg-Vorpommern. Die Pariser Märzrevolution vertreibt den Komponisten aus seiner Wahlheimat Frankreich. Er siedelt sich auf Gut Wutzig an und heiratet Elise von Zadow. Hier lässt er sich von seiner heimatlichen Umgebung inspirieren und komponiert unter anderem „Die Großfürstin Sophia Katharina". Nach einem Aufenthalt in Wien kehrt Flotow 1855 als Intendant der Hofmusik und des Hoftheaters nach Schwerin zurück. Engagiert und zielstrebig setzt der Virtuose sich dort vor allem für den Aufbau des Orchesters ein.

Nach dem Scheitern seiner zweiten Ehe heiratet Flotow die Sängerin Rosa Theen, und es zieht den rastlosen Weltenbummler Flotow 1868 auf ein Gut bei Wien. Er unternimmt Reisen nach Paris, London und Berlin und komponiert "Am Runenstein", "L´Ombre" und "La Fleur d´Harlem", die Opernhäuser in Prag, Paris und Turin aufführen.

Seine letzten Werke schafft der Musiker auf dem väterlichen Gut in Teutendorf. Noch einmal siedelt der Komponist um und verbringt seine letzten Lebensjahre auf Gut Heiligenkreuzberg bei Darmstadt. Auf diesem Anwesen stirbt der gebürtige Mecklenburger im Januar 1883.

 

Heute erhalten seine Namensvettern, Familie Floto ohne w, das Erbe des Komponisten. Sie stellen den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern ihre so genannte Schwarze Scheune zur Verfügung. In einer neuen Konzertreihe erklingen in der alten Scheune Harmonien wie zu Flotows Zeiten.

 

Quellen und Links:

Grewolls, G.: Wer war wer in Mecklenburg-Vorpommern?

» Boulevard-Rostock

» Festspiele Mecklenburg-Vorpommern 

 

Foto:

www.wikipedia.de

 
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