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Mecklenburgerin regiert das Empire
Charlotte zu Mecklenburg-Strelitz herrschte neben George III.
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Queen Victorias Oma war Mecklenburgerin. An der Seite von König Georgs III. regierte sie als "Queen of Botany" das Britische Empire von 1761 bis 1801.

Die spätere Monarchin Sophie Charlotte erblickt als achtes Kind des Prinzen Karl Ludwig Friedrich in Mirow im Herzogtum Mecklenburg-Strelitz das Licht der Welt. Siebzehn Jahre später hält kein Geringerer als der englische König Georg III. um die Hand der Mecklenburgerin an. Sowohl die Bildung als auch die Schönheit Sophie Charlottes sollen es ihm angetan haben. Am 14. August 1761 entsendet er Brautwerber nach Mecklenburg-Strelitz und bereits am 8. September 1761 feiert man Hochzeit im St. James's Palace zu London.

Königin der schönen Künste
Vier Tage später wird die gebürtige Mecklenburgerin zur Königin von Großbritannien gekrönt. Eine Bedingung für die Verbindung ist allerdings, dass sich die neue Queen aus politischen Angelegenheiten heraushält. So widmet sie sich der Familie und schenkt ihrem George III. neun Söhne und sechs Töchter. Die gebildete Sophie Charlotte hat großes Interesse an Literatur und Musik und erfreut sich nicht zuletzt ihrer Vielseitigkeit wegen rasch allgemeiner Beliebtheit. Auswanderer etwa, die sich 1763 in Amerika niederlassen, benennen ihre Stadt der Königin zu Ehren "Charlotte" und die Region im heutigen US-Bundesstaat North Carolina wird weithin bekannt als Mecklenburg-County.

Schöpferin der Kew Gardens
Das Regentenpaar, das eine sehr harmonische Ehe führt, hat eine Vorliebe für das Landleben. So residieren sie in Kew Palace, südöstlich von London mitten in einem riesigen Landschaftspark, auf dessen botanische Gärten die Königin großen Einfluss nimmt. Versteckt zwischen hohen Bäumen in einer eher abgeschiedenen Ecke des Parks von Kew finden Besucher noch heute das Sommerhaus Queen Charlotte's Cottage, das Georg III. seiner Königin zur Hochzeit schenkte. Kew Gardens gehören heute zum UNESCO Weltkulturerbe und zweifellos zu den schönsten Gärten Großbritanniens, was nicht zuletzt dem großen Interesse der gebürtigen Mecklenburgerin zu verdanken ist. Die Königin und ihre Töchter nehmen sogar höchstselbst Unterricht in der Botanik bei Sir James Edward Smith, dem englischen Naturforscher und ersten Präsidenten der Linné-Gesellschaft.

Paradiesblume mit königlichem Namen
Georg III zeigt als Regent im Zeitalter der Aufklärung großes Interesse an Entdeckungen aller Art,  unterstützt und sponsert zahlreiche Wissenschaftler und bestärkt sie, aus allen Kolonien exotische Pflanzen nach London zu bringen. 1772 segelt der Pflanzensammler Francis Masson mit dem Seefahrer James Cook nach Südafrika, dem Füllhorn botanischer Raritäten. Vom Kap der Guten Hoffnung bringt er eine ganz besondere Pflanze mit, ein orange und violett leuchtendes Bananengewächs, dessen Blüte dem Kopfschmuck eines Paradiesvogels ähnelt. Sein Auftraggeber, der berühmte Naturwissenschaftler und Mitglied der Royal Society Joseph Banks  zeigt sich so beeindruckt von der  Blume, dass er sie zu Ehren seiner Königin in Anlehnung an deren Herkunft "strelitzia reginae" nennt. Die "Queen of Botany", wie Königin Charlotte inzwischen genannt wird, lässt ihre Familie in Mecklenburg-Strelitz an ihrer Freude teilhaben und macht ihr eine Staude ihrer Strelitzie zum Geschenk. So kommt die Paradiesblume zunächst nach Hohenzieritz und später nach Neustrelitz. Vier Jahre später erblüht die Strelitzie auch hier – zum ersten Mal auf deutschem Boden.

Englische Gartenkunst in Mecklenburg
Zur selben Zeit steht auch Sophie Charlottes Bruder Prinz Karl Ludwig Friedrich in den Diensten des britischen Königshauses. Der gebürtige Mecklenburger knüpft engen Kontakt zu dem Gartenkünstler Archibald Thomson, an dessen botanischem Geschick auch die Heimat teilhaben soll. Als 1790 den Auftrag erteilt das Schloss Hohenzieritz zu vergrößern, lässt er hinter dem Herrensitz von Thomson einen  Landschaftspark nach englischem Vorbild erschaffen, der als einer der ersten dieser Art in ganz Deutschland gilt.

 

Quellen und Links:

Jipp, K. E.: Neustrelitz und Strelitzie

mecklenburg-strelitz.de

neustrelitz.de

 

Fotos:

Strelitzie (Stadt Neustrelitz)

 
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