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Auf dem Mond geehrt
Sternenforscher Friedrich von Hahn im Weltall verewigt
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Wie Neil Armstrong und Edwin Aldrin wandelte er zwar nicht über den Mond, aber auch Friedrich von Hahn (1742-1805) machte einen so großen Schritt für die Menschheit, dass man ihn sogar auf dem Erdtrabanten verewigte.

 

Der Humanist war einer der Pioniere, die den Gedanken der Aufklärung in Mecklenburg verbreiteten. Er bediente sich einfacher Mittel, ließ etwa eine Schule erbauen, in der nur ausgebildetes Personal unterrichtete. Für eigene wissenschaftlichen Untersuchungen diente ihm das Rempliner Schloss zwischen Malchin und Teterow als chemisches Laboratorium. Hier richtete er auch eine physikalische Instrumentensammlung ein.

 

Eine seiner wissenschaftlichen Leidenschaften war die Astronomie. Von 1793 bis 1805 betrieb Hahn in Remplin eine Sternwarte. 1791 ließ er sein Gartenhaus zu einem Observatorium umbauen, das international seinesgleichen suchte. Die Konstruktion zeichnete sich durch eine drehbare Kuppel aus, von denen es in ganz Europa nur wenige gab. Hahns Spiegelteleskope gehörten zu den modernsten und größten der Welt. Mit umfangreichem Instrumentarium beobachtete Hahn Planetenoberflächen, die physische Natur der Sonne, neblige Objekte und entdeckte den Zentralstern im Ringnebel im Sternbild Leier. Seine zum Teil neuartigen Denkansätze veröffentlichte der Avantgarde der Astronomie in 20 Publikationen.

 

Zahlreiche Ehrungen wurden dem Vorreiter in der Sternenkunde zuteil. Johann Gottfried Herder widmete ihm sein Gedicht “Orion“ und man erhob ihn 1802 in den erblichen Grafenstand. Die wohl größte Auszeichnung Hahns aber ist die Benennung eines Mondkraters am Nordostrand des Trabanten nach dem Wahlmecklenburger.

Nach dem Tod Friedrich von Hahns 1805 wurde die Sternwarte nicht mehr als Beobachtungsstätte benutzt. Das Hauptgebäude riss man 1847 ab. Bis heute erhalten geblieben ist der Turm der ältesten belegbaren Sternwarte in Mecklenburg, den eine Arbeitsgemeinschaft der Archenhold-Sternwarte Berlin sanierte.

 
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