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Filmdiva in Hiddensees "Karusel"
Stummfilmstar Asta Nielsen erholt sich in der Oase der Ostsee
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Weiß auf Blau mit nur einem S und einem L – so steht der Name "Karusel" in Asta Nielsens Muttersprache an der Hauswand über der Tür. In dem halbrunden Haus auf der „Oase in der Ostsee“ (Nielsen) erholte sich der dänische Stummfilmstar in den 20er Jahren in Gesellschaft der Boheme.

 

In ihr bezauberndes Hiddenseer Versteck zog es die Diva in den Sommern zwischen 1925 und 1933. „Unter einem unfaßbar hohen und blauen Himmel, in Licht und Farben getaucht“ empfing Asta Nielsen in ihrem "Karusel" Bildhauer, Dichter, Schauspielerkollegen; Gerhart Hauptmann, Paul Wegener und Joachim Ringelnatz... Sie servierte Kringel des Inselbäckers, Räucheraal, Flundern und Bowle. Im Gegenzug hinterließ jeder Besucher auf Wunsch der Künstlerin im Garten am Haus eine Pflanze.

 

Ein Wunsch, den die Familie Ringelnatz wohl ein wenig zu genau nahm:

Als die Gastgeberin während deren Besuch nach einem ausgiebigen Ostseebad zum 'Karusel' zurückkehrte, fand sie ihren Grasgarten völlig verunstaltet. Die Freunde hatten es fertig gebracht, aus dem hübschen Stück Natur eine Art Park mit Wegen und Steinhaufen anzulegen. Nun waren sie gerade dabei, Kümmel, Zwiebeln, Datteln, Zitronen und Paranüsse in die verbliebenen Fleckchen Erde zu bringen. Am Ende nahm die Dänin den Streich aber mit Humor, fühlte sie sich doch nirgends „so jung, so froh und so frei wie auf dieser Insel.“

 

Versteckt im hohen Gebüsch, am Rande des Örtchens Vitte finden Besucher noch heute das Juwel vom Reißbrett des Architekten Max Taut, von dessen Charme sich Hiddenseeliebhaber nach wie vor verzaubern lassen wie einst die Stummfilmdiva Asta Nielsen.

 

Quelle:

Unda Hörner: Auf nach Hiddensee! Die Boheme macht Urlaub.

Kinothek Asta Nielsen

 

Foto:

Joachim Ringelnatz und Asta Nielsen (Foto Löffler, Hiddensee)

Asta Nielsen 1914 anlässlich einer Aufführung von Engelein,
(Pressefoto)

 
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