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Sturmvogel auf der Sonneninsel
Maxim Gorki erholt sich in Usedoms mildem Reizklima
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„Vorne Ku'damm, hinten Ostsee“ scherzte Kurt Tucholsky über die „Badewanne der Berliner“. Gemeint ist die Sonneninsel Usedom, die zu Kaiserzeiten nicht nur Einheimische anzog. Unter den berühmtesten Kurgästen, die im milden Reizklima Heilung suchten, zählte auch Maxim Gorki. Der russische Schriftsteller und „Sturmvogel der Revolution“ kam im Mai 1921 mit seinem Sohn, dessen Frau und einem Freund nach Heringsdorf. Er ließ sich in der Villa Irmgard nieder, deren Lage er als angenehm ungestört empfand. Gorki hoffte auf Genesung von seiner Tuberkulose und genoss Strand, Meer und Wind bei langen Morgenspaziergängen auf der Insel. Auf diesen Streifzügen begleitete ihn bald ein treuer Landsmann und gleich Gesinnter: Leo Tolstoi. Lange Gespräche über Heimat und Literatur sollen dazu beigetragen haben, dass Tolstoi später nach Russland zurückkehrte. Auch der bekannte Opernsänger und Freund Gorkis, Fjodor Schaljapin, gesellte sich zeitweilig den konstruktiven Künstlergesprächen auf Usedom zu. Dem kritischen Gorki entgingen aber trotz der Erholung nicht die Missstände auf dem Usedom der zwanziger Jahre. Auch in den so genannten Kaiserbädern bettelten die Kinder der Armen – eine Situation, mit der sich Gorki in der Skizze „Die Kolonie der Verwahrlosten“ auseinander setzte. Sonne, Strand und Meer inspirierten den Literaten auch zur ersten Fassung des dritten Teils der Autobiografie „Meine Universitäten“.

Am 25. September 1922 verließ Maxim Gorki seinen Ort der Erholung – geblieben sind sein Name und stumme Zeugen, die man noch heute in der Villa Irmgard besichtigen kann. Die neoklassizistische Villa empfängt Besucher in Räumen, die im Stil jener Zeit hergerichtet sind. Das heutige Museum für Regional- und Literaturgeschichte frischt die Vergangenheit auf mit Sonderausstellungen, Buchlesungen, Konzerten und Theaterstücken.

 

Quellen und Links:

Museum "Villa Irmgard" Heringsdorf

Ostseebad Heringsdorf

 
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