Dieses Portal bietet Journalisten
 
kostenlos und ohne Zugangshürden
recherchierte Storys plus Fotomaterial.
 
Der Klick auf ein Thema bringt zur
Übersichtsseite, die Stichwortauswahl
führt direkt zum Artikel.
 
>> mehr Funktionen der Seite

  Hier abonnieren.
Spur des Sonnenkönigs im Schweriner See
Großherzog errichtete Palast nach französischem Vorbild
1|2|3|4

C'est fantastique! Rauschende Feste vor einer Traumkulisse wie bei  Ludwig XIV. – der mecklenburgische Hof feierte sie auch in Schwerin. Architekten nahmen sich den Renaissancepalast Chambord im Herzen Frankreichs zum Vorbild und zauberten der Residenzstadt ein atemberaubendes Märchenschloss.

Nachdem der Hof des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin im Jahre 1837 von Ludwigslust nach Schwerin zurückgekehrt war, plante Großherzog Friedrich Franz II ein Schloss auf der Insel im Schweriner See, auf der bis 1160 schon die Burg "Zuarin" des Obotritenfürsten Niklot gethront hatte. Gottfried Semper, bekannt geworden mit der Dresdner Oper, lieferte die Vorlagen für Schwerins neuen Prachtbau, in die er Stilelemente der Renaissance einband. Viele Formen schaute er französischen Loire-Schlössern ab und kombinierte sie mit Staffelgiebeln und Segmentbögen. Zwar sah man letztendlich von Sempers Entwurf ab – er hatte den nur begrenzten Raum auf der Insel außer Acht gelassen – dennoch blieben seine Impulse in späteren Plänen enthalten. Die vom Herzogshaus beauftragten Architekten Demmler und Willebrand begaben sich 1844 ebenfalls auf Ideensuche nach Frankreich, England und Süddeutschland und entwarfen ein neues Konzept, angelehnt an das größte Schloss der Loire-Region: Château Chambord.

Im Mai 1857 empfing der Palast im neuen – internationalen – Glanze endlich die herzogliche Familie. Nach vielen Entwürfen in den Händen zahlreicher Bauleiter gelang es den Architekten, einen Renaissancebau des 19. Jahrhunderts zu errichten, dessen goldene Kuppel der Silhouette der Landeshauptstadt bis heute die höfische élégance  verleiht.

Doch nicht nur das Schloss lädt zu einer Weltreise ein. Carl-Joseph Lenné legte einen wahrhaft königlichen Englischen Garten an und verhalf so auch den Schlossparkanlagen zu internationalem Flair. Gehölze aus aller Welt sind noch heute im Schlossgarten zu bewundern. Mediterrane Stimmung lässt sich ebenfalls genießen – mit einem herrlichen Blick von der restaurierten Orangerie durch Torbögen und Wasserspiele auf das tiefe Blau des Schweriner Sees. Damit ist das Schweriner Schloss auch beste Kulisse für die Bundesgartenschau, zu der die Landeshauptstadt 2009 einlädt. Die deutsche Ausstellung zu Gartenbau und Landschaftsarchitektur macht alle zwei Jahre in einer anderen deutschen Stadt Station. 

Regierungssitz ist das Schloss übrigens noch immer: Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat seinen Sitz im Märchenschloss mit der französischen Note mitten im Schweriner See.

Quellen und Links:

Landeshauptstadt Schwerin

 

 
google logoMehr zu diesem Thema bei Google