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Rügener Halbgott operiert in aller Welt
Billroth ist einer der hervorragendsten Chirurgen seiner Zeit
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„Das Skalpell bitte!“ So manchem Assistenten Christian Theodor Billroths mag spätestens  bei dieser dieser Aufforderung etwas flau im Magen geworden sein. Zu Zeiten des innovativen Chirurgen gehörten einige seiner Techniken noch lange nicht zur täglichen Operationsroutine. Der Schöpfer der Magen-Darm-Chirurgie gehört zu den bedeutendsten Chirurgen des 19. Jahrhunderts und war in mancher Hinsicht seiner Zeit voraus.

 

Geboren ist der begabte Mediziner 1829 in Bergen auf der Insel Rügen. Nach dem Studium an den Universitäten Greifswald, Göttingen und Berlin eröffnete er durch zahlreiche Innovationen seinen Patienten ganz neue Wege zur Heilung.

 

Mit Fähigkeiten in der plastischen Chirurgie und einem Doktortitel in der Tasche folgte Billroth 1859 einer Berufung als Direktor an die Chirurgische Klinik Zürich. An der Schweizer Universität gab er sein Wissen weiter und studierte bis in die Nacht hinein, um sich ab sieben Uhr morgens mit neuen Erkenntnissen dem Klinikalltag zu widmen. Von der Limmatstadt aus veröffentlichte er zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, die auch in fremdsprachigen Auflagen die Welt eroberten. Er entdeckte die Streptokokken, förderte das Krankenhaus- und Krankenpflegewesen und gründete das Rudolfiner Haus zur Schwesternausbildung.

 

Seit 1867 forschte der Mediziner auch in der österreichischen Hauptstadt. Höhepunkt seiner Karriere sind seine Ergebnisse in der Magen- und Darmchirurgie. 1881 leitete er mit seinen Operationsmethoden, nach ihm „Billroth I und II“ benannt, neue wissenschaftliche Verfahren ein und rettete so unzähligen Krebspatienten das Leben. Seine Techniken sind heute noch wegweisend.

 

Junge Mediziner und solche, die es werden wollten, strömten aus aller Herren Länder in seinen Hörsaal. Aus Athen, Neapel, Konstantinopel, Paris, Lissabon und St. Petersburg schickte man nach dem berühmten Operateur. Billroth war Mitglied in siebzig wissenschaftlichen Gesellschaften im In- und Ausland.

 

Noch zu Lebzeiten setzte man dem „hervorragendsten Chirurgen seiner Zeit“ an seinem Geburtshaus eine Gedenktafel. Seine Heimatstadt Bergen benannte später die ganze Straße nach dem Halbgott in Weiß. Heute erinnert das Stadtmuseum im Bergener Klosterhof an die bahnbrechenden Triumphe des begnadeten Chirurgen und Interessierte können während eines Billroth-Stadtrundganges dessen Heimatstadt erkunden.

 

Quellen und Links:

Ewe, H.: Bedeutende Persönlichkeiten Vorpommerns. Böhlhaus Nachf., Weimar 2001

 

Fotos:

Christian Theodor Billroth Porträts

Abbildung des Billroth-Hauses auf einer Postkarte
(Museum der Stadt Bergen)

 
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