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Rostockerin schwingt Zepter über Russland
Anna Leopoldowna regierte das Russische Reich

Eine Rostockerin regiert das Zarenreich. Kein russisches Märchen, sondern die wahre Geschichte der Anna Leopoldowna (1718-1746). Im 18. Jahrhundert wird die Tochter der Hansestadt Großfürstin und Regentin des Russischen Reiches. Die Tochter des Herzogs Karl Leopold von Mecklenburg und Katharina Iwanowa ist die Nichte von keiner geringeren als Zarin Anna Iwanowa. Als Elisabeth Katharina Christine wird sie am 18. Dezember 1718 in Rostock geboren.

Herzog Karl Leopold residierte im Schweriner Schloss, in der heutigen Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns. Politische Schwierigkeiten im damaligen Mecklenburg aber veranlassten ihn mit der Familie nach Gdańsk zu flüchten. Mutter Katharina Iwanowna zog es bald in die Heimat zurück nach Russland und sie verließ die Stadt 1722 mit  Elisabeth.

 

Die Schwester der Herzogin, Anna Iwanowna, ab 1729 regierende russische Zarin, bereitete ihre Nichte auf das Hofleben vor. Elisabeth erhielt eine vorzügliche Ausbildung, trat der russisch-orthodoxen Kirche bei und nahm den Namen „Anna Leopoldowna“ an. Da die Zarin selbst keine Nachkommen hatte, sah sie ihre Nachfolge im zu erwartenden Nachwuchs der Rostockerin gesichert. Doch der Zarenthron weckte auch bei anderen Begehrlichkeiten.

 

Die österreichische Kaiserin in Wien vermählte 1739 ihren Neffen Ulrich von Braunschweig mit Anna Leopoldowna, um die Beziehungen zwischen den Adelshäusern Braunschweig-Wolfenbüttel und Romanow und damit Österreichs und Russlands zu festigen. 1740 gebar Anna Leopoldowna ihren Sohn Iwan.

Die amtierende Zarin Anna Iwanowna wollte ihrem Favouriten Graf Biron die Regentschaft sichern. So bestimmte Sie den minderjährigen Iwan 1740 als ihren Nachfolger und Biron als dessen Vormund. Ihr Günstling wurde jedoch gestürtzt, und Anna Leopoldowna sicherte sich im selben Jahr selbst die Regentschaft als Großfürstin.

In die Streitigkeiten um den Thron mischte sich bald auch Elisabeth Petrowna, die Tante der gebürtigen Mecklenburgerin. Die Verschwörer stürzten Anna Leopoldowna 1741, in der Nacht vom 5. zum 6. Dezember. Elisabeth Petrowna, Tochter von Peter dem Großen, bestieg schließlich den russischen Zarenthron als Elisabeth I. Anna Leopoldowna und ihr Gemahl wurden nach Cholmogory an der Dwina verbannt. Ihr Sohn Iwan wurde in den Kerker der Festung Schlüsselburg bei St. Petersburg in Haft genommen und dort 1764 ermordet.

Quellen und Links:

Grewolls, Grete: Wer war wer in Mecklenburg-Vorpommern?
Kuna, Edwin in Mecklenburg-Magazin, Jahrbuch 2005, Nr. 14, S.10

 
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