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Haarige Einwanderer aus China
Fischern gehen asiatische Meeresbewohner ins Netz
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Mecklenburg-Vorpommern begrüßt Gäste aus aller Welt – aber nicht allein menschliche. Neben den zahllosen Gaststudenten, Einwanderern, Touristen und Gastarbeitern ließ sich auch ein struppiges Schalentier aus dem fernen Osten in unserem Bundesland häußlich nieder. Schon Anfang des letzten Jahrhunderts bahnten sich Chinesische Wollhandkrabben den Weg in die Elbe. Im Ballastwasser der Handelsschiffe traten sie ihre lange Reise aus Asien an.

 

Zunächst waren die Krebstiere bei den heimischen Fischern gar nicht sehr willkommen. Die braunen Allesfresser haben fast keine natürlichen Feinde und bedrohten bis vor Kurzem die hiesige Fauna und kappten zudem mühelos die Reusen der verärgerten Fischer. Unlängst lassen sich die Exoten jedoch als Delikatesse vermarkten und stimmen so die Elbfischer wieder milde.

 

Die Binnenfischerei Mecklenburg GmbH (Bimes) etwa bessert mit den Schalentierchen ihr Sommergeschäft auf. Elbfischerin Steffi Ratzkowsky stellt den zwickenden, zwackenden Krebstieren am Elbufer in Dömitz nach – mit  „scherensicheren“ Netzen versteht sich. Die Bimes vertreibt von hier aus die Wollhandkrabben. Besonders chinesische und vietnamesische Familien wie auch asiatische Restaurants und Läden nehmen die Krabben ab. In China und Japan gehört das Scherentier seit jeher zu den besonderen Spezialitäten, die Einwanderer, Gäste und Einheimische nun auch in Mecklenburg-Vorpommern genießen können – zubereitet wie Hummer oder in der Suppe.

 

Hin und wieder lassen sich die haarigen Krebstiere übrigens auch im Stralsunder Meeresmuseum bewundern. Die letzten Exemplare allerdings sind unlängst dem Aquarium entschlüpft. Nach Informationen des Deutschen Meeresmuseums sind die chinesischen Einwanderer so geschickte Krabbler, dass sie sich aus fast jedem Wasserbecken einen Ausweg suchen.

 

Quellen und Links:

Binnenfischerei Mecklenburg GmbH Schwerin

Deutsches Meeresmuseum Stralsund

 

Foto:

Wollhandkrabbe (Archiv DMM)

 
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