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Mit der Schubkarre durch Kamtschatka
Zwei Rostocker treiben Extremsport auf der ganzen Welt
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Mit dem Fahrrad um die ganze Welt. Die Rostocker Ronald Prokein und Markus Möller radeln  einmal um den Globus. Sie schlagen sich quer durch Asien, durchpaddeln Stromschnellen in Sibirien mit einfachen Kajaks und touren mit dem LKW durch die russische Taiga. Die Rostocker überstehen klirrende Kälte, bedrohliche Gewitter und biblische Regenfälle. Per pedes und mit einer Schubkarre als etwas anderes Gepäckstück wagen sie sich sogar 1.000 Kilometer über die russische Vulkanhalbinsel Kamtschatka.

Markus Möller und Ronald Prokein wollen auf eigene Faust die ganze Welt entdecken. Eine Autoreise nach Südeuropa weckte 1993 ihre Abenteuerlust und schon zwei Jahre später starteten sie ihr erstes echtes Adventure: mit dem Auto durch die Sahara.

Echte Weltenbummler geben sich aber keinesfalls mit einem Allradantrieb zufrieden.

Die nächste Entdeckungsreise legten die Rostocker per Fahrrad zurück – 18.000 Kilometer in 161 Tagen. Einmal um die ganze Welt. Auf der Asientour wollten sie sogar dem Sultan von Brunei in Indonesien einen Besuch abstatten, aber meistens kommt es anders...

Ein Autounfall mitten in Russland, die Weiterfahrt im allzu klapprigen Güterzug und der Bankrott im russischen Casino warfen sämtliche Pläne über den Haufen. Schlimmer noch: Eines Morgens wacht Ronald Prokein im Gefängnis auf. Wieder auf freiem Fuß schlugen sich die Abenteurer trotzdem durch: mit leeren Taschen, hungrig und müde. Ohne Geld durch Japan, Brunei, Pakistan und China, bis sie halb verhungert, aber erfüllt von neuen Eindrücken nach Mecklenburg-Vorpommern zurückkehrten.

Die endlose Weite Sibiriens hatte die Rostocker in ihren Bann gezogen, so dass sie im Jahr 2000 erneut dem Ruf der Ferne folgten.  47 Tage lang rauschten sie in Kajaks die unberechenbaren Lena entlang quer durch Sibirien. Auf über 3.000 Kilometern führte sie ihre Route durch drückende Hitze, Eiseskälte und durch die Einsamkeit der  russischen Taiga.

Nachdem alle Fortbewegungsmöglichkeiten ausprobiert waren, stellten sich die Extremsportler einer neuen Herausforderung: Schubkarre statt Rucksack. Zu Fuß schoben sie ihr Gepäck über 1.000 Kilometer durch Kamtschatka. Unter ihren Füßen bebte die Erde, sie erklommen Vulkane und standen Braunbären Auge in Auge gegenüber.

Ronald Prokein brach im Januar 2004 noch einmal nach Sibirien auf: nach Ojmjakon, an den kältesten Ort der Welt. Selbst die „Trasse des Todes“ im Ural schreckte den Rostocker nicht ab. Auch diesmal kehrte er unversehrt in seine Heimatstadt Rostock zurück.

Jüngstes Abenteuer ist der Marathonlauf Ronald Prokeins von Istanbul zum Nordkap. Von Mai bis August 2006 spurtete der 34 jährige Rostocker auf über 5.000 Kilometer durch elf Länder. Seinen Kollegen Markus Möller zog es zur gleichen Zeit „soweit die Füße tragen“ abermals nach Sibirien. Er war dort Clemens Forell auf der Spur, von dessen Gewaltmarsch durch Asien der gleichnamige Film erzählt. Seine Flucht und den tapferen Helden selbst will der Weltenbummler erforschen.

Vermutlich waren auch diese Abenteuer nicht die letzten Reisen der Rostocker. Gleichgesinnte und Verblüffte, die die nächste Tour kaum erwarten können, sollten sich die Zwischenzeit mit den drei Bänden der beiden Wagemutigen vertreiben: „Durchgetreten“,  „Verloren“ und „Lenareise“.

Quellen und Links:

Erlebnisberichte der Extremsportler

 

Fotos: 

Ronald Prokein und Markus Möller mit Schubkarren unterwegs (Möller/Prokein)

Während der Kamtschatkareise: Tänzerinnen auf dem Korjakenfest in Esso (Möller/Prokein)

Mit dem Kajak auf der Lena (Möller/Prokein)

"Schneewäsche" am kältesten kältesten Ort der Welt, in Ojmjakon (Möller/Prokein)

 
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