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Rostocker bauen Bibliothek in Kenia
Sabaki-Verein verhilft Kindern zu schulischer Ausbildung
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Die kleine Zawadi sitzt auf einer Holzbank und starrt gebannt auf die Tafel. Wenn der Lehrer nach dem Ergebnis fragt, schießen vierzig kleine Arme blitzschnell in die Luft. Zawadi und jeder ihrer 39 Klassenkameraden möchte dran sein. Dank der „Freunde der Sabaki-Schule“ kann das Mädchen vom Stamm der Kikuyu in Kenia in die dritte Klasse gehen, anstatt auf dem Feld zu arbeiten. Eine Patenschaft von monatlich acht Euro finanziert ihren Schulbesuch und entlastet ihre Mutter und ihren schwer kranken Vater von den Schulgebühren. Zawadi freut sich sogar über Hausaufgaben und erledigt sie mit strenger Sorgfalt.

Völlig uneigennützig reisen junge Leute aus Rostock jedes Jahr nach Kenia. In einem Dorf am Indischen Ozean und im Distrikt Samburu, möchten sie Kindern eine Schulausbildung ermöglichen. In einem Land, in dem über die Hälfte der Bevölkerung von weniger als einem Dollar am Tag lebt, ist der alltägliche Schulbesuch keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Privileg. In Zawadis Fall war an einen Schulbesuch bisher nicht zu denken. Ihr Vater ist an Tuberkulose erkrankt und ihre Mutter muss allein für sie und ihre drei Geschwister aufkommen.

Betroffen von diesen schwierigen Lebensbedingungen, beschloss eine Gruppe von Rostockern im Jahre 1999, die in der Küstenregion Kenias am Sabaki-River unterwegs war, den Verein „Freunde der Sabaki Schule, Kenia e.V.“ zu gründen. Wichtigstes Ziel des Vereins ist, den Kindern eine schulische Ausbildung zu ermöglichen, um ihnen vielleicht eine Chance auf bessere Lebensbedingungen zu bieten.

Seitdem hat sich viel getan. Durch das Schuldach regnet es nicht mehr rein und der Holzfußboden bewahrt die Abc-Schützen vor kalten Füßen. Bücher und Stifte wurden gekauft, mit deren Hilfe Zawadi und ihre Mitschüler inzwischen Schreiben und Rechnen gelernt haben. Selbst eine Bibliothek konnte gebaut werden und erfreut sich großen Andrangs. Dank der Mitgliedsbeiträge, der privaten Spenden und der Sponsoren konnten schon viele Kinder den wichtigsten Meilenstein ihres Lebens setzen.

Ein weiteres Projekt läuft im Samburudistrikt, im heißen Hinterland Kenias. Hier ist Vereinsmitglied Juliane Thieme aus Rostock mehrmals im Jahr vor Ort. Es ist die Heimat des bunt geschmückten, halbnomadischen Samburuvolkes, dessen junge Krieger ihr zu Ehren überwältigende Zeremonien vorführen. Auch hier schreiben und rechnen kleine Knirpse inzwischen emsig.

Die Rostocker Vereinsmitglieder möchten ihre Begeisterung gern weitergeben. Ab 2007 können Jugendliche an Workcampeinsätzen in Kenia teilnehmen. Schule und Schulkinder sollen mit ihrer Hilfe mit dem Notwendigsten ausgestattet werden und Rostocker Lehramtsstudenten können sich im Unterrichten üben. Nächstes Ziel ist  ein fester Bau für die Schulspeisung. Außerdem vermittelt der Verein Kinderpatenschaften, wie im Fall von Zawadi. Jeder der kein Mitglied des Vereins ist und trotzdem ein Kind unterstützen möchte, kann somit seinen Beitrag leisten.

Bei den Projekten vor Ort stehen die Rostocker manchmal vor schwierigen Aufgaben. Die tropische Hitze, die einfachen Lebensbedingungen und Verständigungsprobleme verlangen ihnen einiges ab. Am Ende überwiegt aber immer die Freude über die Gastfreundschaft, die Faszination der traditionsreichen Samburus und die grandiosen Landschaften. Die Arbeit der jungen Rostocker ist erfolgreich und jedes Kind, dem es gelingt den Kreis aus Bildungslosigkeit und Armut zu durchbrechen, ist ihnen alle Mühe wert.

 

Quelle/Link:

Freunde der Sabaki-Schule

 

Fotos:

Zawadi, stolze Schülerin der Sabaki-Schule in Kenia

Schüler der Sabaki-Schule in ihrer neuen Bibliothek

Sabaki-Schüler singen ein Ständchen für Vereinsvorsitzende Katharina Kirchner (Mitte)

Klassenzimmer der Sabaki-Schule

Zukünftige Schüler der Samuburu-Schule, dem nächsten Projekt des Rostocker Vereins

(Autor/Eigner: Verein Freunde der Sabaki-Schule, Kenia e.V.)

 
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